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Pfadfinder können auf "Außenstehende" ziemlich seltsam wirken.
Aber so außergewöhnlich und anders sind wir gar nicht.

  • Wieso legen Pfadfinder ein Versprechen ab?
  • Warum tragen Pfadfinder Halstücher?
  • Was verleitet sie dazu, manchmal total laut zu schreien? 
  • Weswegen begrüßen sich Pfadfinder mit der linken Hand?
  • Was hat es mit dem Spruch "Jeden Tag eine gute Tat" auf sich?


Das sind wohl nur einige der Fragen, die sich "Nicht-Pfadfiner" des Öfteren stellen. In der Folge gibt's ein paar Antworten. 

 

Das Pfadfinderversprechen

Zu der wohl feierlichsten und schönsten Zeremonie bei den Pfadfindern gehört die Versprechensfeier. Diese Zeremonie ist der eigentliche Beginn eines jeden Pfadfinderlebens! Das Ablegen des Versprechens findet meistens im Zuge einer großen Veranstaltung mit Beteiligung der Eltern und Freunde statt. Das kann das Ende eines Lagers, die Feier anlässlich des Schutzpatrons der Pfadfinder (Hl. Georg) oder - besonders stimmungsvoll - der Adventgang im tief verschneiten Wald sein.

In Österreich gibt es zwei Versionen des Versprechens. Die jüngsten Pfadfinder – die Wichtel und Wölflinge – bekommen ihr Halstuch mit folgendem Versprechen verliehen:

„Ich verspreche so gut ich kann,
ein guter Wölfling / ein gutes Wichtel zu sein,
nach unserem Gesetz zu leben
und bitte Gott mir dabei zu helfen.“

In diesem Versprechen ist auch der Wahlspruch der Wi/Wö „So gut ich kann“ enthalten. Dieser Wahlspruch begleitet die Wichtel und Wölflinge ihre gesamte Stufenzeit und soll sie immer daran erinnern, in jeder Situation entsprechend ihren Möglichkeiten ihr Bestes zu tun.
 
In einer langjährigen Überlieferung wird von älteren Mitgliedern unserer Pfadfindergruppe erzählt, dass es in den frühen 80igern ein Wichtel gab, welches ihr Pfadfinderversprechen mit besonderem Inhalt abgelegt hat. Zeitzeugen sprechen noch heute von einen einzigartigen Versprechen, da das Wichtel bei der Zeremonie lediglich versprach "nach meinem (und nicht nach unserem) Gesetz zu leben". Laut Aussage der betreffenden, mittlerweile erwachsenen, Person hat sie sich bis heute an ihr Versprechen gehalten.

 

Der Versprechenstext der älteren Pfadfinder (Gu/Sp, Ca/Ex, Ra/Ro) lautet etwas anders:

 "Ich verspreche bei meiner Ehre,
dass ich mein Bestes tun will,
Gott und meinem Land zu dienen,
meinen Mitmenschen zu helfen
und nach dem Pfadfindergesetz zu leben.“

Ein weiterer grundlegender Unterschied zwischen den beiden Versprechen ist, dass das Versprechen der Wi/Wö in die linke Hand des Leiters, das der „Großen“ auf die Fahne abgelegt wird.

 

Der Original-Versprechenstext von Baden Powell lautet:

"On my honor I promise that I will do my best
to do my duty to God and the King
to help other people at all times
to obey the scout law."

Das Pfadfinderhalstuch

Das Halstuch ist auf der ganzen Welt das äußere Zeichen jedes Pfadfinders, dass man zur weltweiten Jugendbewegung der Pfadfinder gehört. Die Mitglieder unserer Pfadfindergruppe tragen das Halstuch mit den Niederösterreichischen Landesfarben (blau/gelb). In anderen Bundesländern Österreichs ist es üblich, ein so genannte Gruppenhalstuch (jede Pfadfindergruppe gestaltet sich ihr Halstuch selbst) zu tragen. Für internationale Anlässe gibt es auch das österreichische Halstuch (weinrot). 

 

Mit einer kleinen Besonderheit auf dem Halstuch unserer Pfadfindergruppe wollen wir die Verbundenheit zur Stadt Wiener Neustadt demonstrieren. Im Jahr 2000 - gleichzeitig unser 20. Geburtstag - wurden wir vom Stadtsenat der Statutarstadt Wiener Neustadt dazu berechtigt, das Stadtwappen auf unseren Halstüchern zu tragen! Ein schönes Geburtstagsgeschenk, immerhin ist es nur äußerst wenigen Vereinen in Wr. Neustadt gestattet, dieses (gesetzlich geschützte) Wappen als Uniformteil oder in anderer Verwendung benutzen zu dürfen!

 

Rufe

Pfadfinder haben die Tradition der Rufe von den Scouts übernommen! Mit einem Ruf drücken Pfadfinder aus, dass sie sich über etwas sehr freuen, die Leistung von jemandem honorieren oder sich bei jemandem auf einfache Art und Weise bedanken wollen. Wenn ein Pfadfinder zum Beispiel sein Halstuch verliehen bekommt, begrüßt ihn der Rest der Pfadfindergruppe mit einem Ruf.


In unserer Gruppe hat sich im Lauf der Jahre ein eigener Gruppenruf entwickelt. Der Text lautet:

 „Scout Hurra, Austria, Neostadia,
Hurra, Hurra, Hurra!“

Es gibt unzählige weitere Rufe, mit denen wir uns bemerkbar machen. Manchmal ergeben sie für Außenstehende überhaupt keinen inhaltlichen Sinn (zB Alewiwo, Hudrilitten, Augi ...).  Das kontrollierte gemeinsame Rufen wird von uns (spezielle bei den Wi/Wö) auch als Instrument zum Abbau von überschüssigen Energien benutzt. Es bewirkt manchmal wirklich wunder!

 

Der Pfadfindergruß

Pfadfinder zeigen nach außen hin ein weiteres Verhalten, welches so manchen Elternteil den Kopf schütteln lässt. Pfadis begrüßen sich nämlich mit der linken Hand und das hat natürlich auch einen bestimmten Hintergrund. Wir grüßen einander mit der linken Hand, da diese vom Herzen kommt.  


Ein weiteres - nicht so sichtbares Merkmal - unseres Grußes: Wir spreizen den kleinen Finger der linken Hand etwas weg. Diese Besonderheit ist Überlieferungen zur Folge aus der Not entstanden, dass Pfadfinder während der Zeit des Nationalsozialismus verboten waren. Pfadfinder durften sich nicht offen deklarieren. Sie haben deshalb ein geheimes Merkmal (das Wegspreizen des kleinen Fingers) erfunden, um sich auf geheime Art und Weise zu erkennen.

 

 

Bei offiziellen Anlässen (zB Versprechens-Feierlichkeiten) grüßen Pfadfinder auf eine weitere besondere Art.

Bei den Wi/Wö werden mit der rechten Hand die so genannten Wolfsohren gezeigt. Dieser Gruß ähnelt auch dem Victory-Zeichen (Frieden). Die zwei stehenden Spitzen sollen die zwei Eckpfeiler des Versprechens der Wi/Wö symbolisieren:

das Gesetz: "Der Wölfling / das Wichtel tut sein Bestes und hilft freudig wo er/sie kann!"

und den Wahlspruch: "So gut ich kann!"


Ab dem Stufenalter der Gu/Sp wird ein anderer Gruß bei offiziellen Anlässen verwendet. Dabei wird die rechte Hand auf Ohrenhöhe geführt.

Der Daumen verdeckt dabei den kleinen Finger. Dadurch soll symbolisch verdeutlicht werden, dass der Große den Kleinen schützt. Die drei mittleren Finger, welche aufrecht stehen, symbolisieren die drei wesentlichen Punkte des Pfadfinder-versprechens (Glaube, Pfadfindergesetz und Land Österreich).

 

Die gute Tat  

"Jeden Tag eine gute Tat!", das ist wohl das größte Klischee, welches uns Pfadfinder umgibt.  Aber das Bild des Pfadfinders, der eine alte Dame über die Straße führt entspricht nicht mehr ganz dem aktuellen Stand.

Wir verstehen uns als Jugendbewegung, der es sehr wichtig ist, ihren Beitrag in und für die Gesellschaft zu leisten. Aus diesem Grund versuchen wir nicht bloß eine gute Tat pro Tag zu machen, sondern mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen und unsere Kräfte nach unserem eigenen Willen jederzeit dort einzusetzen, wo sie notwendig sind.

Es reicht oft schon aus, jemanden zum Lachen zu bringen. Denn wer anderen eine Freude macht, freut sich selbst doppelt!